23.05 - 12.07.2013: "rosebud"
TEAPOT, Herwarthstr. 3, 50672 Köln

www.weareteapot.com

ROSEBUD

Aljoscha
Dan Dryer (Astrid Piethan und Jörg Koslowski )
Johannes Jensen
Heike Kabisch und Klara Kayser (Gemeinschaftsarbeit)
Katharina Kiebacher und Kristina Bengtsson (Gemeinschaftsarbeit)
Jens Pecho
Alex Pollard
Susanne Rottenbacher
Andreas Schmitten
Rob Scholte
Christian Theiß

Kuratiert für Galerie TEAPOT von Julia Ritterskamp

„Rosebud“ (Rosenknospe) ist das letzte, sterbend hingehauchte Wort von Citizen Cane in dem gleichnamigen Filmdrama von Orson Welles. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der zugunsten des sozialen Aufstiegs seine Ideale verraten hat und auf dem Sterbebett seiner verlorenen Kindheit nachtrauert, die unter anderem durch den Schlitten der Marke „Rosebud“ symbolisiert wird. Nach seinem Tod versuchen die Erben das vermeintliche Rätsel zu lösen, welches sie hinter dem letzten Wort vermuten. Es geht das Puzzle eines Lebens, sowie um die Frage nach dem, was wir gemeinhin für Realität halten.

Was hat nun dieser Titel zu tun mit der aktuellen Ausstellung, für die 14 Künstler bei Galerie TEAPOT und in der benachbarten Christuskirche überwiegend raumbezogene Werke zeigen? Das beschriebene Spiel mit Erinnerung, Wahrnehmung und Emotionen, sowie das Hinterfragen der automatisch übernommenen Vorstellungen von „Realität“ ist gemeinsamer Nenner für die optisch sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen. Darüber hinaus gehen die Künstler - konträr zu besagtem Citizen Cane – ihren Lebensweg, ohne sich der Verlockung des schnellen, kommerziellen Erfolges unterzuordnen. So entwickeln sie Projekte, weil es von innen heraus zur Realisierung drängt. Es wurden Positionen ausgewählt, die nicht so einfach in das übliche Schema passen, sei es durch die Dimension der Arbeiten, oder aber durch den kreativen Ansatz, der sich der - teilweise immer noch existierenden Erwartung - verweigert, bildende Kunst habe als Wanddekoration zu taugen. Die einzelnen Werke reizen den Betrachter allesamt dazu, sich in Relation zu setzen. Sei es durch Größe, künstlerische Eingriffe in Alltagsgegenstände, starke Symbolik in Verbindung mit uns hierfür unvertraut erscheinenden Orten, Witz und Ironie, sowie synästhetisch angelegte Arbeiten.

Die räumliche und inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gotteshaus, welches sich während der Ausstellung in üblichem Betrieb befindet, führt zu ganz unterschiedlichen und teilweise überraschenden künstlerischen Ergebnissen: unsichtbar, über uns, unter uns, zum darüber Laufen, zur Benutzung im Rahmen des Kirchenbetriebs, für die Augen, für die Ohren, außen, innen, leicht und schwer, harmonisch und dissonant. Die Liste ließe sich fortschreiben, doch wird es viel erhellender sein, die Erfahrung selbst zu machen. Hiermit laden wir Sie sehr herzlich ein zur Eröffnung am 23. Mai 2013 ab 19.00 Uhr.


Julia Ritterskamp

Aljoscha, bioism, biofuturism

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