31 May 2009 - 31 May 2010: "Kunstpreis Schlosspark", Cologne

Aljoscha, bioism, biofuturism


Position #12; object 101; acrylic on aluminium

Roboter oder Tier? Ein Konstrukt, dem Leben eingehaucht worden zu sein scheint wird mit zunehmender Höhe von übermenschlichen zwei Metern immer feingliedriger, steht auf vier filigranen Beinen.

Mit zwei seitlich abstehenden „Armen“ ausgestattet liegt die Assoziation mit einer Spinne nahe, die eine aufrechte Haltung einnimmt und sich aufbäumt – sei es um zu kämpfen oder um besser zu beobachten. Die Körperstränge schlagen aus wie zarte Frühlingssprossen, zerbrechliche Kristall-strukturen, werden ausgefahren wie spitze Dornen, bedrohliche Verteidigungswerkzeuge: irritierende Gegensätze!

Die funktionstüchtigen Einzelglieder dieses Science-Fiction-Wesens – den ästhetischsten Formen, die wir in der Natur vorfinden, nachempfunden – führen uns gleichzeitig eine nicht dagewesene Schönheit vor Augen: „A new aesthetics of future organic life“.

Die Jury versteht die Vergabe des dritten Preises als eine Art Förderpreis, also um dem Künstler mit seiner spezifischen Formensprache Mut zu machen, auch das noch größere Format zu wählen. Eine Interaktion mit dem Betrachter sollte möglich werden, z.B. dadurch, dass der Rezipient durch/unter der Plastik herschreiten könnte. Ungewöhnlich im Außenbereich ist sicher das Material, Aluminium und die Farbige Fassung mit weißer Acrylfarbe. Das leichte schwingen der fragilen "Auswüchse" unterstreicht den Charakter des Werkes als morphologischer Phantasie, vom Künstler als "bioism" bezeichnet.